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Canon Academy

Wanderlicht

Bei Langzeitbelichtungen mit Taschenlampe oder Blitz Akzente setzen

Lesedauer ca. 3 Minuten
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Eine kreative Variante der Langzeitbelichtung ist das Wanderlicht. Dafür nutzt du als zusätzliche Lichtquelle ein Canon Speedlite Blitzgerät oder eine Taschenlampe, um im Motiv Akzente zu setzen.

Das Wanderlicht ist eine Kreativtechnik bei der Langzeitbelichtung, bei der du mit deiner Lichtquelle mehrfach verschiedene Motivteile anleuchtest. Du bewegst dich mit der Lichtquelle durch das Motiv und hebst Bereiche hervor. Dabei bist du selber nicht zu sehen. Mit einer Taschenlampe leuchtest du Motivteile in der dunkleren Umgebung an, die so hervorgehoben werden.
Bei Wanderlichtaufnahmen mit Blitz ist jedes Foto eine Doppel- oder Mehrfachbelichtung aus Blitz- und Restlichtaufnahme. Damit eröffnen sich weitere kreative Möglichkeiten.

So gelingen Aufnahme mit Wanderlicht 
Du stellst deine EOS auf einen festen Untergrund oder ein Stativ und wählst die Langzeitbelichtung „Bulb“. Bei absoluter Dunkelheit kannst du theoretisch unbegrenzt belichten. In der Praxis sind häufig Lichtquellen (Straßenlaternen, beleuchtete Fenster) im Bild. Deren Helligkeit setzt die Obergrenze für die Belichtung.  Um die Helligkeit der Lichtquelle zu messen, kannst du per Spotmessung und der von dir vorgegebenen Blende im  Modus AV die maximale Belichtungszeit ermitteln. Wähle für Langzeitbelichtungen eine niedrige ISO-Einstellung und deaktiviere die ISO-Automatik
In der Regel wirst du mit kleinen Blenden wie f11 oder f16 fotografieren, um erstens eine hohe Schärfentiefe und zweitens eine lange Belichtungszeit zu erreichen. Auf diese Weise kannst du sowohl Motivteile im Vordergrund als auch im Hintergrund mit Licht anmalen und beide scharf abbilden. Der Sprung um eine ganze Blende, z. B. von f 11 auf f 16 verdoppelt die Belichtungszeit.
Die richtige „Dosis“ Licht und die „Malgeschwindigkeit“ ist von deiner Lichtquelle und von der Reflektion des angemalten Objekts abhängig. Bei Taschenlampen ist Ausprobieren angesagt, die Lumen Leistung gibt einen Hinweis darauf, wie kräftig der „Lichtpinselstrich“ ist.

Bei Speedlite-Systemblitzen gibt die Leitzahl einen Hinweis auf die Leistung und damit auf die einzustellende Blende. Wird ein Speedlite „entfesselt“ von der EOS und mit voller Leistung eingesetzt, kann nach folgender Formel gerechnet werden:

Einzustellende Blende = Leitzahl Speedlite : Entfernung zum Motiv in Metern

Ein Beispiel: Das Speedlite 600 EX II-RT hat eine Leitzahl von 60 und das Motiv ist knapp vier Meter entfernt. Dann wäre eine Blende 16 der rechnerische Wert. Solange du dabei eine Blitzsynchronzeit wählst, ist das geblitzte Motiv richtig belichtet. Die bei Langzeitbelichtungen verbleibende Restzeit kannst du nutzen, um weitere Blitze rund um dein Motiv zu setzen. Dabei kannst du zusätzlich verschiedenste Lichtformer oder Farbfilter auf dem Speedlite-Blitzgerät einsetzen. Deiner Kreativität sind beim Wanderlicht kaum Grenzen gesetzt.