Natur- und Landschaftsfotografie

Landschaften verändern sich ständig: Licht wandert über Geländeformen, Wolken verändern die Atmosphäre, Wetter und Jahreszeiten schaffen immer neue Motive. Gute Landschafts- und Naturfotografie entsteht deshalb nicht nur an spektakulären Orten, sondern durch bewusste fotografische Entscheidungen. Standort, Brennweite und der richtige Zeitpunkt bestimmen, wie ein Ort im Bild wirkt – vom weiten Panorama bis zu kleinen Details in der Natur.

Die Canon Academy zeigt dir, wie du Landschaft bewusst fotografierst und natürliche Motive aktiv mit der Kamera gestaltest. In Workshops, Webinaren und Fotowalks vermitteln unsere Trainer praktische Aufnahmetechniken, kreative Bildideen und Erfahrungen aus realen Projekten. Ergänzende Leitfäden und Creator Hacks helfen dir dabei, Landschafts-, Natur- und Reisefotografie weiterzuentwickeln – für deine nächste Reise, den Wochenendausflug oder fotografische Projekte rund um Natur, Umwelt und Klimaschutz.

Landschaft bewusst fotografieren – Grundlagen

Landschaftsfotografie beginnt mit Beobachtung. Wer lernt, eine Szene zu lesen, erkennt, wie Perspektive, Brennweite und Licht zusammenwirken. Statt ein Motive einfach abzubilden, geht es darum, das Landschaftserlebnis aktiv zu interpretieren: Das Gefühl von Weite erfassen, Strukturen isolieren oder faszinierende Details in Szene zu setzen. Die wichtigsten Ansätze lassen sich in wenigen grundlegenden Prinzipien zusammenfassen.

Standort und Perspektive

Die Wirkung einer Landschaft entsteht zuerst durch den Standort. Schon kleine Bewegungen im Gelände verändern Linienführung, Größenverhältnisse und Tiefenwirkung erheblich. Ein niedriger Kamerastandpunkt kann Vordergrundstrukturen betonen, während ein höherer Standort Übersicht schafft.

Statt ausschließlich den Zoomring zu drehen, lohnt es sich deshalb, zunächst verschiedene Perspektiven zu erkunden und erst anschließend die passende Brennweite zu wählen.

Raum und Tiefe gestalten

Nordlichter fotografiert von Chris Kaula
Foto: Chris Kaula Objektiv: RF 15-35mm F2.8 L IS USM

Weitwinkelobjektive eignen sich besonders gut, um Landschaft räumlich darzustellen. Ein Element im Vordergrund – eine Felsformation, ein Baum oder eine Blüte – führt den Blick in die Szene und erzeugt Tiefe. Ohne solche Bezugspunkte wirken große Landschaften schnell flach.

Die bewusste Staffelung aus Vorder-, Mittel- und Hintergrund sorgt dafür, dass der Betrachter sich in die Szene hineinversetzen kann.

Leo Thomas: Landschaftsfotografie mit natürlichem Rahmen 

Der Outdoor-Fotograf Leo Thomas erklärt in diesem Canon Academy Creator Hack, wie du Landschaftsfotos spannender gestaltest. Optimiere die Bildkomposition, um den Blick zu lenken und den Betrachter in die Szene zu ziehen.

Nutze dafür Elemente, die das Motiv einrahmen. Das können z. B. Türen oder Fenster sein, wenn du aus Gebäuden nach draußen fotografierst. Höhlenausgänge, Bäume, Astgabeln oder andere Elemente dienen als Rahmen, wenn du in der Natur unterwegs bist.
Mit der Wahl der Objektivbrennweite bestimmst du, wie groß du den Rahmen ziehst. Das Öffnen der Blende (kleine Blendenwerte) lässt den Rahmen unscharf werden, das Schließen (große Blendenwerte) macht ihn schärfer.

Bei Motiven, die aus eher dunklen Bereichen ins Licht fotografiert werden, ist es wichtig, auf Kontrast und Dynamikumfang zu achten. Belichte auf die hellen Bildbereiche, um „ausgefressene“ Lichter (z. B. den Himmel) zu vermeiden. Denn in den dunklen Bereichen kannst du Details bei der Bildbearbeitung später einfacher wieder hervorholen.

Tipp: Fotografiere im RAW-Format, denn so hast du maximale Dynamikreserven. Im EOS-R-Kameramenü kannst du zudem die Funktion „Tonwert Priorität“ aktivieren, um die Zeichnung in hellen Bereichen zu verbessern.

Magisches Bokeh mit Chris Kaula

In diesem Video der Canon Academy zeigt der Naturfotograf Chris Kaula, wie du faszinierende Makrofotos mit Bokeh, Lichtreflexen und natürlichen Reflektionen im Wasser aufnimmst. Sein Motiv: Schneeglöckchen am Bachlauf.

Das Sonnenlicht reflektiert auf der Wasseroberfläche und erzeugt helle Lichtpunkte – perfekte Voraussetzungen für ein stimmungsvolles Bokeh im Hintergrund. Der Trick besteht darin, den Aufnahmestandpunkt so zu wählen, dass das Motiv vor einer hellen Reflexion im Hintergrund zu platzieren. Bei offener Blende des Objektivs löst sich der Hintergrund in weiche Lichtkreise auf, während die Blüte im Vordergrund scharf ist. Ein weiterer Fokus liegt auf Weißabgleich und Farbtemperatur – zwei wichtige Faktoren, um die Bildstimmung deiner Makrofotos gezielt zu beeinflussen.

In diesem Video lernst du:

  • wie du Reflexionen im Wasser gezielt für kreative Bokeh-Effekte nutzt
  • was die offene Blende bei Makrofotos bewirkt
  • wie sich Hintergrund und Motivabstand auf dein Foto auswirken
  • wie du über den Weißabgleich und Farbtemperatur Lichtstimmungen verstärkst

Unsere Podcast-Folge mit Chris Kaula: Auf Augenhöhe mit Eule & Co.

Chris Kaula hat Biologie studiert und im Laufe des Studiums erkannt, dass seine Leidenschaft für die Tier- und Naturfotografie größer ist als das streng wissenschaftliche Forschen und Experimentieren. Chris versteht sich dabei als Influencer für Natur- und Artenschutz. Seine Bilder überzeugen durch überraschende Perspektiven und Kreativität. Chris´Credo lautet: Um spannende Tiere zu fotografieren, muss man nicht in ferne Länder reisen - im Gegenteil. Viele seiner Motive findet er quasi vor der Haustür, im Stadtpark oder im Wald. Im Academy Radio Podcast erzählt Chris, wie die Fotografie dem Natur- und Artenschutz helfen kann. Der bekennende Eulenfan fotografiert am liebsten mit der EOS R5 – und schätzt bei den Spiegellosen nicht zuletzt das lautlose Fotografieren mit dem elektronischen Verschluss. Vom 16-mm-Weitwinkel bis zum 600-mm-Supertele setzt Chris eine große Bandbreite von Objektiven ein, wenn er in Stadt oder Natur auf Fotopirsch geht.

  • Chris Kaula

    Seine Motive sucht und findet der Tierfotograf beinahe "vor der Haustür".

  • Eulen und Kauze …

    … gehören zu seinen Lieblingstieren.

  • Überraschende Perspektiven

    … sorgen für Begegnungen auf Augenhöhe.

Unsere Podcast-Folge mit Dirk Rohrbach: Abenteuerreise

In dieser Podcast-Folge treffen Olaf Franke und Mustafa Morad auf Dr. Dirk Rohrbach. Der gebürtige Hanauer ist Fotograf, Abenteurer, Autor mehrerer Bücher und erfolgreicher Vortragsreisender. Als promovierter Arzt hat sich Dirk Rohrbach, statt Karriere in der Medizin zu machen, für einen anderen Lebensweg entschieden: Seit mehr als 30 Jahren bereist er Nordamerika und hat dabei das Land zu Fuß, auf dem Rad und im Kanu auf dem Fluss erlebt. Beim Podcast-Plausch am virtuellen Lagerfeuer mit Olaf und Mustafa berichtet er vom Land und von den Menschen – und erzählt die Geschichten zu den beeindruckenden Bildern, die er mit der Kamera festgehalten hat.